Allgemeine Ganzheitsmedizin


 

Der Begriff "Ganzheit":

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Ganzheit (Duden)
=
das Ganzsein, Ungeteiltsein; aus zusammengehörigen Teilen bestehende Einheit; Geschlossenheit

Eine Ganzheit ist bekanntlich immer mehr als die Summe ihrer Einzelteile, d.h. da sind mehrere Dimensionen gleichzeitig vorhanden.

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Dimensionen der Ganzheit (integrale Betrachtung): 

  1. Subjektiv und individuell kann ich Ganzheit als etwas Ganzes, Rundes, Vollständiges empfinden; sie ist individuell, unwägbar, unteilbar, kaum objektiv messbar. Sie ist eigentlich etwas Mysteriöses und auch Spirituelles; ich erlebe einen Sonnenaufgang ganz, mit Haut und Haaren.
  2. Gibt es eine objektiv-äusserliche, individuelle Ganzheit …? Ja, z.B. als vollständiger, zahnärztlicher Befund bei meinem kariösen Backenzahn: zweiter Backenzahn unten rechts, Karies im Zwischenraum gegen hinten, bis auf den Nerv gehend (in Fachausdrücken: Karies profunda an 47 distal).
  3. Unter speziellen Bedingungen gibt es auch ein kollektives, inneres Erleben, Erfahren einer Ganzheit, z.B. als Erfahrung in einer Gruppe mit einem gemeinsamen Ziel: Fussballmannschaft wartet auf das Finalspiel nach einer durchgespielten Saison samt Trainer.
  4. Und wir können das Land Schweiz als Beispiel einer kollektiven, äusseren Ganzheit eines Staatswesens nehmen: Direkte Demokratie, Grösse: 41285 km2, 26 Kantone, das nationale Netz der SBB, … etc.

Beim Ganzheitsbegriff sprengen wir ganz offensichtlich den begrenzten Rahmen der engeren, heutigen, wissenschaftlichen Betrachtungsweise von Objektivität und Subjektivität. Wer sich grundsätzlich einmal mit der sog. integralen Sichtweise beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Einführung hier.

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Ganzheitlich wird etwas, wenn es uns als Individuen gelingt achtsam, ohne Vorurteile unser Gesichtsfeld zu öffnen, weit werden zu lassen, wenn wir neben den Fakten und unserem erlernten Wissen (linke Hirnhälfte) auch das Intuitive, Spontane, Kreative (rechte Hirnhälfte) in uns zulassen, einbeziehen und beide zusammenführen können; wenn wir permanent offen bleiben können weiter zu lernen und es aushalten, dass es nie ganz vollständig sein wird und immer noch vollständiger werden will; Ganzheitlichkeit ist letztendlich eine Form der Meditation …

Ganzheitlich ist, wenn wir z.B. in unserer Tätigkeit als Therapeuten neben einem lebendigen, fundierten, und aktuellen Wissen und einer langjährigen Berufserfahrung auch diese intuitive und auch spirituelle Komponente in uns innen kultiviert und integriert haben; nicht nur als Theorie oder inneres Erleben, sondern in der aktiven Umsetzung im Aussen, im Kollektiven, am Patienten.

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Tiefe Ganzheitlichkeit erleben wir bei unseren Alten (Bäume, Tiere und Menschen) als Ruhe, als Fähigkeit zu einer Gesamtschau, als Weisheit. Dies aber nur, falls wir in der Lage sind v.a. den alten Menschen diese Eigenschaft wieder zuzuerkennen in einer Gesellschaft, in der es negativ, lästig, defizitär und uncool gilt, älter zu werden oder gar alt zu sein ...

 


 

Die Dimensionen einer Erkrankung im Bild des "Eisberges"

 

 

Wenn es darum geht, über die ganzheitlichen Dimensionen einer Erkrankung zu sprechen, brauche ich oft das Bild des Eisbergs. Es gibt einen kleinen Teil des Eisbergs, das aus dem Wasser schaut. Er stellt die aktuellen Symptome bzw. den Teil der Ursachen dar, den wir wahrnehmen können.

 

Und es gibt einen erheblich grösseren Teil des Eisbergs der im Wasser eingetaucht schwimmt und den wir nicht wahrnehmen können - also die sog. latenten Symptome und Ursachen die wir vordergründig nicht erkennen können. Diese sind sehr gut mit komplementär-medizinischen, diagnostischen Testungen darstellbar und können so behandelt werden.